Diagnose

Bei 70 - 80 % aller Frauen mit chronischen Unterbauchschmerzen wird eine Endometriose diagnostiziert. Häufig werden chronische Unterbauchschmerzen aber nicht als Endometriose-Symptom beachtet und eine Diagnose erfolgt erst nach einer sehr langen Leidensgeschichte. In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Ihr Arzt bei der Diagnostik der Endometriose vorgehen wird

1. Grundlage der Diagnose

Am Anfang steht die so genannte Anamneseerhebung - ein ausführliches Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Arzt über Krankheitsbild und Symptome.

Wichtig ist, dass sich der Arzt eingehend über ihre Schmerzen informiert. Der Arzt sollte Sie fragen nach:

  • Zyklischen Schmerzen im Unterbauch

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Schmerzen beim Wasserlassen

  • Schmerzen beim Stuhlgang

  • Blutbeimengungen im Urin oder Stuhl

Leitsymptom: Auftreten von Schmerzen kurz vor und während der Regelblutung (Dysmenorrhoe).

2. Primäre gynäkologische Untersuchung

Auf die Anamneseerhebung folgt die gynäkologische Untersuchung, darunter:

Die vaginale Tastuntersuchung, die Aufschluss darüber geben kann, ob (z. B. im Douglasraum) als Knoten tastbare, ausgeprägte Endometrioseherde vorhanden sind,.

Die ektovaginale Untersuchung (von Scheide und Darm aus), um festzustellen, ob 'Spreizschmerz' auftritt. Dieses wäre ein Hinweis, dass die Haltebänder der Gebärmutter mit Endometrioseherden behaftet sind und somit bei Bewegung Schmerzen verursachen.

Kombiniertes Tasten von Scheide und Bauchdecke aus: Der Arzt kann feststellen, ob Endometriosezysten oder Verwachsungen der Eierstöcke mit anderen Organen vorliegen.

Untersuchung mittels mikroskopischem Gerät von außen, womit sich Endometrioseherde in der Scheide oder am Muttermund erkennen lassen.

3. Zusatzuntersuchungen

Besteht anhand der Anamnese und der gynäkologischen Untersuchung der Verdacht auf das Vorliegen einer Endometriose, so werden Zusatzuntersuchungen notwendig.

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumeskann das Vorliegen

  • von Zysten,

  • von größeren Endometrioseherden im Bauchraum oder

  • einer Eileiterverdickung zeigen.

Laparoskopie:

Die Bauchspiegelung mit Entnahme von Gewebe an verdächtigen Stellen muss zur sicheren Diagnosestellung erfolgen. Sie ist eine schonende, wenig aufwändige, aber sehr sinnvolle Untersuchung. Neben dem Vorliegen einer Endometriose, kann dabei auch das Ausmaß der Erkrankung beurteilt werden sowie in vielen Fällen gleich eine Therapie erfolgen. Der operative Eingriff wird wie folgt durchgeführt:

  • In Narkose werden durch 2 - 3 kleine Einschnitte in die Bauchdecke bzw. durch den Nabel ein Laparoskop (Sehrohr) sowie ein oder zwei Arbeitsgeräte in den Bauchraum eingeführt.

  • Zur besseren Sicht im Bauchraum wird dieser mit wenig CO2-Gas'aufgeblasen'.

  • Der Arzt kann jede Stelle der Bauchhöhle ausleuchten, untersuchen und an verdächtigen Stellen Gewebeproben entnehmen, die anschließend von einem Pathologen untersucht werden.

4. Stadienzuordnung

Der Gynäkologe wird den Endometriosebefund einem bestimmten Stadium zuordnen, wobei es zwei Systeme gibt:

  • Den rAFS-Score, der von der American Fertility Society erstellt wurde,

  • sowie die Endoskopische Endometriose Klassifizierung, die einfacher als der rAFS-Score ist und von der Kieler Universitätsfrauenklinik erstellt wurde. Sie unterscheidet vier Stadien (I-IV) nach Ausbreitung der sichtbaren Endometrioseherde.

Nicht vergessen: Unter Arztbesuch erfahren Sie, wie Sie sich auf den Besuch bei Ihrem Arzt vorbereiten. Wie die Endometriose behandelt wird, erfahren Sie im Kapitel Therapie.