Gelbkörperhormone

Die tägliche Einnahme von Medikamenten aus der Gruppe der Gelbkörperhormone (Gestagene) findet zur Behandlung der Endometriose weltweit breite Anwendung.

Was passiert?

Gelbkörperhormone unterdrücken in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung die Aktivität von Zwischenhirn und Hirnanhangsdrüse. Dadurch wird die Östrogenbildung in den Eierstöcken gebremst.

Durch die tägliche Einnahme wird das Verhältnis der Östrogenhormone und Gelbkörperhormone im Blut zu Gunsten der Gelbkörperhormone verschoben und das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gebremst. Der gleiche Effekt soll in den Endometrioseherden erzeugt werden.

Substanzen

In Deutschland stehen zur Verfügung: Dienogest, Medroxyprogesteronacetat und Dydrogesteron. Sie unterscheiden sich in Wirkungsstärke und Nebenwirkungsprofil. Die beste Studienlage liegt zu Dienogest vor.

Behandlungserfolg

Die Chance, dass die Gelbkörperhormontherapie bei Endometriose bedingten Schmerzen nicht wirkt, liegt zwischen 15 und 35 Prozent. In zwei Drittel aller Fälle kann also eine ausreichende Schmerzlinderung erzielt werden.

Vorteil

Diese Behandlung ist gut verträglich, da östrogene Nebenwirkungen fehlen. Durch die regelmäßige Einnahme wird jedoch die körpereigene Östrogenproduktion der Eierstöcke unterdrückt. Dies führt zu einem niedrigen Östrogenspiegel im Blut und zu Durchbruchsblutungen in der Gebärmutter. Durch stufenweise Erhöhung der Tagesdosis oder durch zusätzliche Östrogengabe lassen sich die Blutungsstörungen beherrschen.

Nebenwirkungen

Je höher aber die täglich gegebene Hormonmenge, um so häufiger kommt es zu relevanten Nebenwirkungen wie:

  • Gewichtszunahme,
  • Zurückhaltung von auszuscheidenen Stoffen im Körper (Flüssigkeitsretention)
  • Stimmungsschwankungen, Neigung zu depressiven Verstimmungen,
  • Brust- und Kopfschmerzen.
  • Risiko für Thrombosen (Verstopfung von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel) oder eine Erhöhung des Blutdruckes.
  • Veränderungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels müssen außerdem bei den Norethisteronderivaten (deutscher Begriff?) berücksichtigt werden.
  • Verminderung der Östrogenproduktion in den Eierstöcken
  • schlechte Verträglichkeit