Glossary


Anämie

Die gängige deutsche Übersetzung des Begriffes Anämie mit „Blutarmut" leitet eigentlich in die Irre; wer an einer Anämie leidet, hat nicht zuwenig Blut, sondernzuwenige funktionstüchtige rote Blutkörperchen.

Die roten Blutkörperchen sind im Körper für den Transport von Sauerstoff zuständig, entsprechend wird der Körper bei Vorliegen einer Anämie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Häufige Krankheitszeichen der anämischen Patienten sind deshalb:

  • Blässe von Haut und Schleimhäuten,
  • rasche Ermüdbarkeit,
  • schlechte Konzentrationsfähigkeit,
  • hohe Anfälligkeit für Infektionskrankheiten,
  • rissige Mundwinkel,
  • brüchige Haare und Fingernägel,
  • Herzklopfen und allgemeine Schwäche.

Welche Form der Anämie vorliegt, kann eine Blutuntersuchung klären.

  • Am häufigsten ist die Eisenmangelanämie. Ist im Körper zu wenig Eisen vorhanden, kann zu wenig roter Blutfarbstoff, ein Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen, aufgebaut werden. Frauen sind durch die monatliche Regelblutung besonders häufig von Eisenmangel betroffen. Stark eisenhaltige Nahrungsmittel wie z. B. Leber, Fleisch, Karotten, Eigelb, grünes Gemüse, Nüsse und Apfelkraut oder vom Arzt verordnete Eisenpräparate können den Eisenmangel beheben.
  • Eine weitere Form der „Blutarmut" ist die sogenannte perniziöse Anämie, bei der in der Magenschleimhaut ein bestimmter Stoff fehlt, der nötig ist, um Vitamin B 12 aufzunehmen. Vitamin B 12 ist bei der Reifung der roten Blutkörperchen im Knochenmark von Bedeutung. Als Therapie der perniziösen Anämie wird künstliches Vitamin B 12 als Injektionen (Spritzen) verabreicht.