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Prostaglandine

Prostaglandine sind hormonähnliche Substanzen, die im menschlichen Körper ein breit gefächertes Wirkungsspektrum besitzen. Ihren Namen haben die Prostaglandine daher, da sie zuerst in der Samenflüssigkeit des Mannes entdeckt wurden; inzwischen sind sie aber in fast allen menschlichen Organen nachgewiesen worden.

Zu den vielfältigen Prozessen, an denen Prostaglandine beteiligt sind, gehören unter anderem die zentrale Vasodilatation (die Weiterstellung von Blutgefäßen), Schmerzzustände und Entzündungen.

Eine wichtige Rolle spielen sie auch durch ihre Wirkung auf die Muskulatur der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses. Das von vielen Frauen als schmerzhaft erlebte Zusammenziehen des Uterus in den ersten Menstruationsstunden und auch dysmenorrhoeische (siehe Dysmenorrhoe) Beschwerden werden von Prostaglandinen verursacht.

Prostaglandine erweichen und erweitern den Muttermund, weshalb sie in der modernen Gynäkologie in der Vorbereitung einer Ausschabung (siehe Abrasio) oder Absaugung eingesetzt werden.

Prostaglandine werden auch bei Schwangerschaftsabbrüchen und zur Beschleunigung des Geburtsvorganges bei Totgeburten eingesetzt.

Wie jeder wirksame Stoff sind auch Prostaglandine nicht frei von Nebenwirkungen, die sich in Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Kreislaufkomplikationen und schweren Krampfschmerzen äußern können.