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Abstillen

Beim Abstillen unterscheidet man zwischen dem sogenannten primären und dem sekundären Abstillen.

Primäres Abstillen: Wenn es beispielsweise nach einer Fehlgeburt, einer Totgeburt oder bei einer schweren Krankheit der Mutter gar nicht zum Stillen kommen soll, wird die Milchbildung direkt nach der Entbindung durch die Gabe eines Medikamentes gehemmt.

Von sekundärem Abstillen spricht man, wenn das Baby bereits eine Zeit lang an der Brust getrunken hat, die Mutter aber anscheinend nicht genügend Muttermilch bilden kann (weniger als 80 g pro Tag).

Zu diesem sekundären Abstillen wird in vielen Kliniken noch immer zu häufig geraten, obwohl die Milchbildung durch häufiges Anlegen jedes Mal an beiden Brüsten und durch eine stillfreudige Umgebung sowie durch bestimmte Tees anzuregen ist. Sollten aber äußere oder innere Gründe für ein sekundäres Abstillen sprechen, so wird auch in diesem Fall der Versuch unternommen, die Milchbildung mit einem Medikament zu unterbinden.

Die Patientin darf beim primären wie beim sekundären Abstillen nur wenig trinken, sollte die Brust hochbinden und mit kalten Umschlägen kühlen. Üblicherweise dauert das Abstillen ein bis zwei Wochen.

Bevor die Behandlung beendet wird, muß auf alle Fälle vom Arzt noch einmal untersucht werden, ob die Milchbildung tatsächlich eingestellt ist. Ein schmerzhafter Milchstau mit Fieber könnte sonst leicht die Folge sein