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Abstrich

Bei einem gynäkologischen Abstrich werden mit einem Watteträger Sekret oder Zellproben aus der Scheide oder vom Muttermund entnommen.

Man unterscheidet drei Arten von Abstrichen:

  1. Besteht der Verdacht auf eine Pilzinfektion oder eine Geschlechtskrankheit (Trichomonaden oder andere Mikroorganismen), entnimmt der Arzt mit einem Watteträger etwas Sekret aus der Scheide. Spuren dieses Sekretes werden vom Watteträger auf einen Objektträger (Glasplättchen) gestrichen und unter dem Mikroskop begutachtet oder aber in Form einer Bakterienkultur angelegt, die später ausgewertet wird.
  2. Zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung und bei speziellem Verdacht auf Krebs werden mit einem Watteträger sowohl vom Muttermund als auch vom Gebärmutterhalskanal behutsam Zellen entnommen (zytologischer Abstrich), die dann in Speziallabors untersucht werden.

Die Klassifizierung dieser zytologischen Abstriche erfolgt in 5 Klassen, die nach dem griechischen Arzt Papanicolaou benannt sind. Die Gruppen I und II gelten hierbei als unverdächtig, die Gruppe III als zweifelhaft verdächtig, die Gruppe IV und V als verdächtig.

Nach Ansicht vieler Gynäkologen reicht ein einziger Zellabstrich pro Jahr zur Krebsfrüherkennung oft nicht aus, weshalb sie bei jeder gynäkologischen Untersuchung einen Probeabstrich vom Muttermund empfehlen.

Ist eine Abklärung des Zyklusablaufes erwünscht (Termin des Eisprungs?, Hormonstörung?), wird der Abstrich an der seitlichen Scheidewand vorgenommen und ebenfalls in Speziallabors untersucht.