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Depression

Unter Depression versteht man einen Zustand seelischer Niedergeschlagenheit und tieftrauriger Verstimmung, der mit Antriebsarmut (d. h. der Patient kann sich zu nichts mehr aufraffen), Interesseverlust und Teilnahmslosigkeit einhergeht.

Es kann zu Appetit- und Libidoverlusten kommen, häufig schlagen sich die Patienten mit Schuldgefühlen herum, ein Gefühl der eigenen Wertlosigkeit kann im Vordergrund stehen, und es kann auch zu Einschränkungen der Konzentrationsfähigkeit und der Denkprozesse kommen. Viele Depressive haben das Gefühl der allgemeinen Sinnlosigkeit und leiden unter Schlafstörungen und Angstzuständen.

Um die Kranken von ihrem Leidensdruck zu erlösen und um einer evtl. Selbstmordgefährdung zuvorzukommen, ist es wichtig, daß Depressionen frühzeitig festgestellt und vom Facharzt richtig behandelt werden. Man unterscheidet verschiedene Arten von Depressionen:

a. Endogene („innen entstehende") Depression
Weniger ein Gefühl der Traurigkeit als vielmehr das Erleben von Starre, Leere und Gefühllosigkeit stehen im Vordergrund. Menschen, die an bestimmten organischen Krankheiten (z. B. auch Stoffwechselstörungen des Gehirns) leiden, sind häufig von endogenen Depressionen betroffen.

b. Psychogene oder Neurotische Depression
Sie wird als eine Reaktion auf ein unbewältigtes, oft lange zurückliegendes Ereignis interpretiert.

c. Reaktive Depression
Die Depression ist als Reaktion auf eine tiefgreifende Lebensveränderung zu begreifen. Häufiger Auslöser einer reaktiven Depression ist beispielsweise der Tod eines nahen Angehörigen. Auch das Erfahren einer lebensgefährlichen Diagnose kann mit einer reaktiven Depression beantwortet werden. Der äußere Auslöser muß in seiner Schwere, der Dauer und der Intensität der reaktiven Depression angemessen sein; das bedeutet, je schwerer und je belastender der Auslöser, desto schwerer auch die Depression.
Die Wochenbettdepression ist eine Sonderform der reaktiven Depression. Nur wenige Tage nach der Entbindung werden viele Frauen von dieser Art der Depression befallen. Sie kann Tage bis Wochen dauern. Sobald die Hormonumstellung nach der Entbindung überwunden ist, bessert sich auch die Stimmungslage schnell wieder.

d. Larvierte (versteckte, verschleierte) Depression
Bei dieser Depression ist der Patient so gut wie nicht in der Lage, seine depressive Stimmung zu äußern. Seine Beschwerden konzentrieren sich vielmehr auf körperliche Symptome wie beispielsweise Herz- oder Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Appetit- und Schlafstörungen, Schwindel oder Menstruationsbeschwerden. Die Diagnose der larvierten Depression kann auch für den Arzt schwierig sein, zumal die Patienten häufig mit ihren verschiedenen körperlichen Symptomen bei verschiedenen Fachärzten in Behandlung sind.

e. Pharmakogene Depression
Diese Depression tritt als unerwünschte Nebenwirkung im Rahmen einer Arzneimitteltherapie auf. Insbesondere bei der medikamentösen Behandlung einer akuten Schizophrenie ist die pharmakogene Depression relativ häufig.