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Alkohol und Alkoholmißbrauch

Als Alkoholmißbrauch bezeichnen wir übermäßigen Konsum der Droge „Alkohol", der zu Trunkenheit und dann zur Alkoholvergiftung (akuter oder chronischer) und schließlich zur Alkoholkrankheit (Alkoholismus) führt, was mit ebenso schweren körperlichen wie seelischen und sozialen Schäden verbunden ist.

Alkohol wird vom Blut relativ schnell aufgenommen und wirkt vor allem auf Nervenzellen im Gehirn, was eine Änderung im Bewußtsein und der Sinneswahrnehmung nach sich zieht. Sehr niedrige Alkoholkonzentrationen wirken zunächst anregend, doch bereits ab 0,2 Promille nimmt die Reaktionsschnelligkeit ab, Konzentrationsfähigkeit und Auffassungsgabe werden geringer. Fehleinschätzungen und Selbstüberschätzungen kommen gehäuft vor. Ab 0,9 % ist mit dem deutlichen Verlust von Hemmungen zu rechnen, Sprachschwierigkeiten und Schwanken setzen bei um 1 Promille ein. Dieser Zustand geht dann in den Rauschzustand über, und ab 3 Promille besteht die Gefahr eines Lähmungsstadiums mit Bewußtlosigkeit, Unterkühlung, Koma, Atemlähmung und evtl. Tod.

Der weibliche Organismus verträgt neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen nach deutlich weniger Alkohol als der männliche. Frauen sollten täglich höchstens 1½ Flaschen Bier, ein ¼ l Wein oder einen Whisky trinken, wenn sie ihre Gesundheit nicht gefährden wollen.

Kleinkinder und Kinder dürfen keinerlei Alkohol trinken. Durch das geringe Körpergewicht entstehen schon bei kleinsten Mengen Alkohol stärkere Alkoholkonzentrationen im Blut. Vorsicht auch bei sogenanntem „alkoholfreiem" Bier, denn es hat noch immer 0,1 bis 0,5 Promille.

Keinerlei Alkohol sollte in der Schwangerschaft getrunken werden. Über den Mutterkuchen gelangt der Alkohol in den kindlichen Kreislauf und kann dort schwere Schäden anrichten (Alkoholembryopathie).

Regelmäßiger Alkoholgenuß kann die Magenschleimhaut, die Nervenzellen überall im Körper sowie auch das Gehirn schädigen. Besonders gefährdet aber sind die Leberzellen. Leberzellverfettung und Schwund der Leberzellen sind häufige Folgen des Alkoholmißbrauches und können schwere Funktionsstörungen nach sich ziehen.

Alkoholismus ist die seelische und körperliche Abhängigkeit von der Droge „Alkohol", also eine Suchtkrankheit.

Neben den körperlichen Problemen geraten Alkoholkranke auch leicht ins soziale Abseits und ziehen häufig auch Familienangehörige mit ins Leid.

Alkoholkranke benötigen ärztlichen Beistand. Nach der Vorbereitung durch eine Therapieberatung erfolgt die Entgiftung meist in einer Fachklinik. Die anschließende psycho- und sozialtherapeutische Entwöhnungsbehandlung kann in Einzel- oder Gruppenarbeit durchgeführt werden. Ziel ist es dabei, das Verhältnis zum Alkohol zu verändern und mit alltäglichen Belastungen oder Problemen ohne Alkohol zurechtzukommen sowie in sein soziales Bezugsfeld zurückzufinden.

Anerkannte Hilfsorganisationen für Alkoholiker und auch deren Angehörige sind beispielsweise die Anonymen Alkoholiker oder die Guttempler, deren Adressen in jedem Telefonbuch zu finden sind.