GnRH Analoga

GnRH steht für Gonadotropin Releasing Hormon, ein Hormon welches die Ausschütung von anderen Hormonen kontrolliert. GnRH-Analoga sind synthetisch hergestellte Substanzen, die diesem Hormon sehr ähnlich sind und dessen Wirkung bei kontinuierlicher Einwirkung unterbinden.

Mit dieser Therapie wird die Bildung des im Eierstock produzierten weiblichen Geschlechtshormons Östradiol unterdrückt. Dadurch wird das Wachstum der Endometriose gehemmt. Gleichzeitig werden aber die Symptome eines Östradiol-Mangels hervorgerufen, so dass Wechseljahrbeschwerden auftreten.

1. GnRH-Agonisten

GnRH-Agonisten blockieren die Ausschüttung der Gonadatotropine aus der Hirnanhangsdrüse und senken dadurch die Produktion der Eierstockhormone (Östrogene). Durch den Östrogenentzug kommt es zu einer Rückbildung der Endometrioseherde.

Es handelt sich um einen zeitlich begrenzten, aber kompletten Östrogenentzug ohne negative Beeinflussung der Stoffwechselvorgänge, wie etwa bei der Gelbkörperhormontherapie. Deshalb hat sich diese Medikation als Standard zur Erstbehandlung durchgesetzt.

Nebenwirkungen

Obwohl die GnRH-Agonisten nur an der Hirnanhangsdrüse wirken, kann es zu Nebenwirkungen kommen, weil die Östrogenproduktion der Eierstöcke vollständig zum Erliegen kommt:

  • Die Nebenwirkungen ähneln den Beschwerden, die von Frauen in den Wechseljahren beklagt werden. Manche Frauen erleiden keine Nebenwirkungen, während viele Frauen Hitzewallungen und Schweißausbrüche als mehr oder weniger unangenehm empfinden.

  • Intensive Nebenwirkungen, die zum Abbruch der Behandlung zwingen, sind extrem selten.

  • Durch Östrogenmangel nimmt der Kalkgehalt des Knochens ab, etwa vergleichbar mit dem Kalkverlust während der Stillperiode. Vorübergehender Kalkverlust ist in den meisten Fällen unbedenklich, da der Kalkgehalt wieder aufgebaut werden kann.

Behandlungsdauer und Add back-Therapie

Um den Kalkverlust zu begrenzen, wurde früher eine Behandlungsdauer von höchstens sechs Monaten empfohlen. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Nebeneffekt durch die zusätzliche Gabe von sehr niedrig dosierten natürlichen Östrogenen in Kombination mit einem Gestagen oder einem Gestagen in niedriger Dosis (so genannter 'add back') fast beseitigt werden kann. Damit sind Behandlungsdauern von einem Jahr und mehr möglich.

Verabreichung

Da es sich um Eiweißsubstanzen handelt, können sie nicht in Tropfen oder Tablettenform eingenommen werden, da sie im Magen-Darm-Bereich in ihre Bausteine zerlegt würden. Die Substanzen müssen auf anderem Wege in den Blutkreislauf gelangen:

  • Nasenspray: Hat den Vorteil schneller Wirkung und besserer Steuerbarkeit. Allerdings ist die Aufnahme durch Nasenschleimhäute ungleichmäßig und zum Teil sehr schlecht. Dadurch reicht die Wirkung in Einzelfällen nicht aus. Auch ist eine regelmäßige Einnahme erforderlich. Die Erfahrung zeigt, dass die Zeiten nicht von allen Patientinnen korrekt eingehalten werden.

  • Depot-Applikationsformen (Wirkstoffe, die über einen 1- oder 3-Monatszeitraum abgegeben werden) haben sich als angenehme und effektive Darreichungsform durchgesetzt.

2. GnRH-Antagonisten

Als alternative Therapie zu den GnRH-Agonisten bieten sich mittlerweile GnRH-Antagonisten an. Während GnRH-Agonisten genau dieselbe Wirkung wie das natürliche GnRH haben, zeichnen sich GnRH-Antagonisten durch die genau gegenteilige Wirkung aus. GnRH-Antagonisten zeigen eine schnellere Wirkung als GnRH-Agonisten, da sie direkt auf der Ebene der Hypophyse (= Hirnanhangsdrüse) die Hormonbildung blockieren. Zurzeit werden diese Produkte, niedrig dosiert, nur bei Stimulation der Ovarien vor in-vitro-Maßnahmen in der Reproduktionsmedizin über einen kürzeren Zeitraum angewendet. Außerhalb von Studien sind die GnRH-Antagonisten nicht für die Therapie der Endometriose zugelassen.