Rehabilitation

Insbesondere bei chronischen Endometriosebeschwerden ist eine Rehabilitation für die betroffenen Frauen sehr wichtig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Rehabilitation, wobei grundsätzlich zwischen Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung unterschieden wird. Patientinnen, die nicht die Voraussetzungen für eine Anschlussheilbehandlung erfüllen, müssen einen Reha-Antrag stellen.

Kostenträger sind hauptsächlich die Rentenversicherungsträger und die Krankenkassen. Die Anträge können über den Sozialdienst einer Klinik (nach einer Operation) oder über den Frauen- oder Hausarzt gestellt werden.

Ziele und Inhalte der Rehabilitation

Das Hauptziel der Rehabilitation ist, eine möglichst uneingeschränkte Teilhabe an der Fülle der Lebens zu bewahren bzw. wiederzuerlangen.

Die Rehabilitation ist eine ganzheitliche Behandlung. Sowohl die diagnostischen als auch die therapeutischen Maßnahmen beziehen sich auf den ganzen Menschen, nicht nur auf die Krankheit oder eine Körperregion. Von Bedeutung sind die körperliche und psychische Verfassung einer Patientin, ihre Erlebniswelt (d.h. wie sie sich, die Endometriose und die Außenwelt erlebt), die familiäre und soziale Einbindung sowie ihre berufliche Situation.

Hierbei wird die Brücke geschlagen zwischen Schulmedizin, Psychosomatik und naturheilkundlichem Gesundheitsverständnis.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Rehabilitation ist Hilfe zur Selbsthilfe und Begleitung bei einem aktiven Prozess, den eine Patientin selbst vollzieht und der mit der Entlassung aus der Klinik nicht beendet ist.
Es werden diejenigen Faktoren erörtert, die die Gesundheit fördern und die Lebensqualität sichern. Aus dem 'Verhaftet sein' in der Erkrankung wird ein 'Sich-auf-den-Weg-machen', um im eigenen Leben der Gesundheit zunehmend mehr Raum zu geben.

Ziele setzen

Hilfreich ist, wenn zu Beginn der Rehabilitation zwischen Patientin und Arzt Ziele vereinbart werden. Solche Ziele können sein:

  • sich erholen und neue Kraft schöpfen

  • zur Ruhe kommen und das seelische Wohlbefinden stärken

  • die körperliche Leistungsfähigkeit stärken

  • das eigene Leben aus einer Distanz betrachten

  • äußere Einflüsse (z.B. Stressfaktoren, Konflikte) anayliseren und negative Emotionen bearbeiten

  • sich über die Endometriose informieren und mit anderen Endometriose-Patientinnen austauschen

  • psychische, soziale und partnerschaftliche Veränderungen erkennen und bearbeiten

  • günstige von ungünstigen Verhaltensweisen unterscheiden

  • Probleme der Sexualität angehen

  • neue Wege aus - oder erfüllte Wege in - der Kinderlosigkeit finden

  • eine ganzheitliche Schmerztherapie vertiefen

  • eigene Behandlungsmöglichkeiten kennen lernen und individuelle, langfristige Behandlungskonzepte entwickeln.

Unterstützung

Aufgabe des Rehabilitationsteams ist es ferner, sich sowohl über die medizinischen Erkenntnisse zur Endometriose und deren Therapie zu informieren als auch die individuellen Befunde, Behandlungsmöglichkeiten und sinnvolle Verhaltensweisen einer Patientin zu besprechen. Sozialrechtliche Aspekte (wie z. B. Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sowie Schwerbehinderung) und berufliche Probleme werden ebenso thematisiert.

Positive Distanz

Die Abwesenheit vom häuslichen und sozialen Umfeld, vom alltäglichen Trott und von den Menschen, mit denen man zu tun hat, schafft oft eine wohltuende Distanz, mit der das eigene Leben von einer aufschlussreichen Perspektive aus betrachtet werden kann. Hierbei können Gespräche mit Mitpatientinnen eine wertvolle Hilfe sein.

Psychologische Anhaltspunkte

Beim Umgang mit der Endometriose können sich psychologische Ansatzpunkte als hilfreich erweisen, in dem beispielsweise geprüft wird, ob die Schmerzwahrnehmung verändert werden kann. Weitere Ansatzpunkte für Veränderungen sind die Verarbeitung der Erkrankungund anderer Faktoren, die die Erkrankung beeinflussen (bzw. von ihr beeinflusst werden).

Körperliche Therapie

Bei der Therapie der körperlichen Beschwerden und Funktionseinschränkungen kommen eine medikamentöse Therapie (einschließlich der Pflanzenheilkunde), Ernährungsumstellung und physiotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz: Krankengymnastik, Elektrotherapie, Massagen, Packungen, Bäder, Kneipp'sche Anwendungen, Reflexzonentherapie und Kinesiologie.

Naturheilverfahren dienen dem Ziel der Anregung und Unterstützung der körpereigenen Regulations- und Selbstheilungskräfte.